OTZ Gera vom 02.01.2012

von Jens Lohse - OTZ Gera

Gut 500 Teilnehmer beim 42. Geraer Silvesterlauf

Mit gut 500 Teilnehmern beim 42. Geraer Silvesterlauf waren die Organisatoren mehr als zufrieden. "So viele hatten wir zuletzt bei der 39. Auflage 2008", strahlte Dr. Detlef Ebert im Zielbereich.

Gera. 110 Starter begaben sich zunächst auf den 20-km-Kanten, während die Läuferschlange über die 11 km, in die sich 355 Laufbegeisterte einreihten, kaum enden wollte. Selbst der 3-km-Lockerlauf vereinte mehr als 50 Teilnehmer, die allesamt das Flair des Silvesterlaufs schnuppern wollten.

Diesmal waren es so viele, dass zwischenzeitlich sogar die bereit gelegten Urkunden ausgingen. Schnellste Lockerläufer waren zwei Nachwuchskicker vom VfL 1990 Gera. Der elfjährige Jakob Müller, Mittelfeldspieler am Fuchsberg, verwies auf der langen Zielgeraden im Schlussspurt seinen Vereinskameraden Nick Pandorf knapp auf Platz zwei. Auch das schönste Kostüm des Tages war beim Lockerlauf zu finden. Die erst sieben Jahre junge Anna-Lena Frey aus Pausa war als mit Kugeln und Sternen geschmückter Tannenbaum nach Gera gekommen. "Die Mama hat das Kostüm gemacht", verriet die kleine Vogtländerin schon vor dem Start, nachdem sie sich mit einem ihr Glück bringenden Schornsteinfeger hatte ablichten lassen. "Von der Kostümwertung in Gera haben wir gar nichts gewusst. Wir wollten nur unseren Papa begleiten, der die 20 km absolviert. Und als der sagte, man darf hier mit Kostüm laufen, war Anna-Lena hellauf begeistert", ließ sich ihre Mama entlocken, die am Ende der Tochter den Vortritt lassen musste. Mit weißen Bademänteln und bunten Saunakappen hatten drei Geraer die 11-km-Distanz in Angriff genommen. Mario Stöhr, Michael Starkloff und Sven Martin wollten einfach Spaß haben. "Dazu haben wir uns erst in der Woche entschieden. Trotz des vermeintlichen Spaßlaufs war es ziemlich anstrengend. Auf jeden Fall haben wir nicht gefroren. Das war der Vorteil der Bademäntel", lachte Sven Martin im Ziel.

Bereits zum 33. Mal war Erhard Zorn beim Geraer Silvesterlauf mit von der Partie, verteidigte damit gemeinsam mit der Zeitzer Siegfried Bendel die Spitzenposition. "Ich bin nicht mehr der Schnellste am Berg und laufe nicht mehr, um zu gewinnen", flachste der 63-Jährige, der sich 35 Teilnahmen in Gera schon vorgenommen hat, aber eigentlich nur noch von Jahr zu Jahr planen will.

Sportlich hielt der Silvesterlauf auf den langen Strecken einige Überraschungen bereit. Die Vorjahressieger über 20 km mussten sich diesmal mit Platz zwei begnügen. Sebastian Harz vom SV Hermsdorf verpasste seinen siebenten Erfolg. Dem gerade 18 Jahre alten John-Philipp Bartholomäi von den Halleschen Leichtathletikfreunden konnte der Holzländer im letzten Viertel nicht mehr folgen. "Bis 15 Kilometer sind wir zusammen gelaufen. Dann konnte ich mich absetzen und den Vorsprung bis ins Ziel halten", so der Hallenser, der 2010 beim Apoldaer Silvesterlauf nicht zu schlagen gewesen war. Sein Trainer hatte für die Feiertage vorgegeben, entweder zu trainieren oder an einem Silvesterlauf teilzunehmen, weshalb er sich für Gera entschied. Sebastian Harz war nicht sonderlich traurig. "Ich war hier so schnell wie noch nie, obwohl ich im Dezember noch gut zwei Wochen krank war. Dann kommt der siebente Sieg eben 2012", erzählte er. Katrin Puth stand über 20 km ebenfalls nicht wieder ganz oben auf dem Podest. Die gebürtige Jenaerin Diana Riesler lief vornweg. Die Deutsche Langstrecken-Meisterin im Triathlon vom WSV Bad Tölz, die Anfang September den Ironman Cologne für sich entschieden hatte, war vom Start weg nicht zu halten und bestritt ein einsames Rennen. "Ich habe bei meinen Eltern in Jena Weihnachten verbracht. Die Berge waren ziemlich anstrengend", verriet die 27-Jährige nach dem Zieldurchlauf. Für Katrin Puth war Platz zwei nicht tragisch: "Ich bin später als sonst in die Saison eingestiegen. Das merkt man. Ich habe anfangs probiert, dran zu bleiben. Aber es ging nicht." Zwei Geraer Siege gab es über die 11 Kilometer. Remo Reichel gewann ohne große Mühe bei den Männern. "Die Konkurrenz war heute nicht so stark. Ich habe immer mit Sebastian Seyfarth gerechnet. Ich habe locker begonnen, erst im zweiten Teil etwas mehr Druck gemacht. Die Zeit ist schlecht, aber egal der Sieg zählt", schätzte er ein. Auch für Astrid Hartenstein, die ihren sechsten Silvesterlaufsieg feierte und zum dritten Mal in Folge gewann, ging es nicht um die Zeit. "Ich habe es über die Feiertage ruhig angehen lassen. Es war keine Frau in meiner Nähe. Der Lauf war aber eine gute Crossvorbereitung", lautete ihr Resümee.

© Jens Lohse - OTZ Gera

Schubert, Luisa Schraps, Lisa Werner.

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